Eventbeschreibung

VERSTEHEN – VERWIRREN
FORMEN MUSIKALISCHER KOMMUNIKATION VOM SPÄTMITTELALTER BIS ZUM BEGINN DES 20. JAHRHUNDERTS
KONZERTE & MUSIKINSTRUMENTEN-MESSE
14. BIS 17. NOVEMBER 2019

PELLÉAS-IMPRESSIONEN (15.11.2019, 20 Uhr)
Claude Debussy
»Pelléas et Mélisande« (Paris 1902)
in einer Fassung für Singstimmen und zwei Klaviere von Marius Constant
LORE BINON / Sopran
ROGER PADULLÉS / Tenor
PIERRE-YVES PRUVOT / Bariton
TIJL FAVEYTS / Bass
JULIE BAILLY / Alt
CAMILLE BAUER / Mezzo
DUO YIN-YANG
JAN MICHIELS, INGE SPINETTE / Pianoforte
KLAAS VERPOEST & JAN DUERINCK / Kinetische Typographie
DIMITRI STUYVEN / Lichtdesign
GUY BUYS / Bilder

Mit seiner Oper »Pelléas et Mélisande« hatte Claude Debussy 1902 eine völlig neue Art von Musikdrama geschaffen. Der wörtlich zugrunde liegende Schauspieltext des belgischen Literatur-Nobelpreisträgers Maurice Maeterlinck erforscht die Psyche, die ureigenste Natur und Gefühlswelt des Menschen als ein Mysterium, das die Charaktere und ihre wechselseitigen Intrigen umgibt. Debussy übersetzte dieses Mysterium in ein großartiges symbolistisches Wechselspiel von Klang und Farben. In Herne ist Debussys »Pelléas et Mélisande« in einer Bearbeitung des Franzosen Marius Constant (1925 – 2004) mit sechs Singstimmen und zwei Klavieren zu erleben. Die Realisierung knüpft dabei an die zur Zeit Debussys weit verbreiteten Salon-Aufführungen an; er selbst hat während der Entstehung von »Pelléas« immer wieder Fragmente daraus für seinen Freundeskreis gespielt. Mit den Pianisten Jan Michiels und Inge Spinette an den Tasten zweier Blüthner-Flügel der damaligen Zeit wird eine experimentelle Proben-Atmosphäre anno 1902 realisiert, bei der die Wortsprache Maeterlincks gleichberechtigt zu Debussys Musiksprache erlebbar ist und Interpreten wie Zuhörer zu Ursprung und Essenz von Debussys Meisterwerk geführt werden.

Freitag, 15. NOVEMBER 2019 / 20.00 UHR
PURCELL POLYGLOTT (16.11.2019, 14 Uhr)
Werkstattkonzert der Stadt Herne
zur Musikinstrumenten-Messe mit Werken von
Maurizio Cazzati, Giovanni Battista Vitali, William Cranford, Matthew Locke, Jean-Baptiste Lully und Henry Purcell

STUDIERENDE DES INSTITUTS FÜR ALTE MUSIK
DER HOCHSCHULE FÜR MUSIK UND TANZ KÖLN
RICHARD GWILT / Leitung, Moderation

Die Epoche der Restauration in England, die mit der Wiederherstellung der Monarchie im Mai 1660 ihren Anfang nahm, war eine Zeit des kulturellen Austauschs mit dem Ausland und der gegenseitigen künstlerischen Befruchtung – in der Tat eine Zeit des Verstehens und Verwirrens. Karl II., gerade aus dem französischen Exil zurückgekehrt und zum König gekrönt, liebte die Musik, aber ausdrücklich nicht den alten englischen Consort-Stil. Bei Hofe wurde das englisch dominierte Ensemble der »24 Violins «, gegründet nach dem französischen Vorbild der »Vingt-quatre Violons du Roi«, von einem italienischen Konzertmeister geleitet. Henry Purcell wiederum schrieb in seinem ersten Band mit Triosonaten von 1683, er habe sich sehr bemüht, die berühmtesten italienischen Meister nachzuahmen, denn es sei an der Zeit, von der Oberflächlichkeit und Formelhaftigkeit der Franzosen Abstand zu nehmen. Dass Purcell auch den französischen Stil und die heimische Consort-Kunst beherrschte, hatte er zuvor schon unter Beweis gestellt. Im Werkstattkonzert präsentieren Studierende der Hochschule für Musik und Tanz Köln ausgewählte Werke Purcells in den drei sehr unterschiedlichen Stilen neben jeweils passenden kompositorischen Vorbildern.

Dieses Konzert wendet sich besonders auch an Kinder und Jugendliche.

Samstag, 16. NOVEMBER 2019 / 14.00 UHR
DIE KUNST DER FUGE (16.11.2019, 20 Uhr)
Instrumentale Kontrapunkt-Kreationen aus vier Jahrhunderten
von William Byrd, Orlando Gibbons, Henry Purcell, Johann Sebastian Bach und Sebastian Gottschick
ENSEMBLE VINTAGE KÖLN
ARIADNE DASKALAKIS / Violine, Leitung
»Der seelige war, wie ich u. alle eigentlichen Musici, kein Liebhaber, von trocknem mathematischen Zeuge«, konstatiert Carl Philipp Emmanuel Bach 1775 im Hinblick auf seinen Vater. Was keineswegs bedeutet, dass sich Johann Sebastian Bach nicht mit Wonne daran begeben hätte, alle kontrapunktischen Kombinationsmöglichkeiten imitierender Stimmen auszuloten, die ein musikalisches Thema in sich barg. Das Ergebnis ist ein ganzer Kosmos an Fugen- und Kanon-Werken; seine kompositorischen Kompendien »Ein musicalisches Opfer« und »Die Kunst der Fuge« bilden da einen krönenden Abschluss. Das experimentierfreudige Ensemble Vintage Köln um die Geigerin Ariadne Daskalakis führt diese musikalische Kombinationskunst in origineller Weise fort, indem es den Fugen- und Kanon-Kompositionen Bachs ähnlich durchdachte Consort-Werke aus dem England des 16. und 17. Jahrhunderts an die Seite stellt und um Eigenkompositionen seines Bratschers Sebastian Gottschick ergänzt. Der zitiert da auch die Bach-Bewunderer Robert Schumann und Claude Debussy, lässt überdies die Themen aus der »Kunst der Fuge« und dem »Musicalischen Opfer« aufeinander treffen. – Ein komponiertes Programm »in Form einerFuge«!

Samstag 16. NOVEMBER 2019 / 20.00 UHR
KRIEGSSIGNALE UND VIRTUOSE KASKADEN (17.11.2019, 11 Uhr)
Bläsermusik des 17. bis 19. Jahrhunderts zwischen Militärsignalen und Konzertkunst mit Werken von Heinrich Ignaz
Franz Biber, Henry Purcell, Valentine Snow, Joseph Küffner, Johann Stanislaus Wenusch, Franz Xaver Schandl u. a.
SCHWANTHALER TROMPETENCONSORT
Als militärisch-heroische Signalinstrumente im Felde und bei höfischen Zeremonien hatten die durchdringenden und entsprechend weit vernehmbaren Trompeten schon lange ihre Tauglichkeit bewiesen, bevor man nach der großen stilistischen Wende um 1600 auch ihre Eignung für die neuartige konzertierende Musik entdeckte. Die forderte einerseits die Trompeter heraus, auf ihren Naturinstrumenten zunehmend entlegenere Töne anzusteuern, um neben Dreiklangs-Fanfaren auch schöne Melodien spielen zu können. Andererseits war es den Instrumentenbauern ein Ansporn, immer neue Zugmechanismen, Korrekturlöcher, Klappenvorrichtungen und schließlich die heute üblichen Ventilsysteme zu entwickeln, um der Trompete weitere musikalische Möglichkeiten zu erschließen. Das mehrfach preisgekrönte Schwanthaler Trompetenconsort kann dazu mit einem weitgehend vergessenen Repertoire aufwarten, das sich vom 17. bis ins 19. Jahrhundert zwischen Kaserne, Kirche und Konzertsaal bewegt. Dazu bringt das österreichische Ensemble neben acht Trompeten auch drei Posaunen, eine Orgel und diverse Bassinstrumente auf die Bühne des Herner Kulturzentrums.

Sonntag 17. NOVEMBER 2019 / 11.00 UHR
WEGE DER LIEBE (17.11.2019, 19 Uhr)
Joseph Bodin de Boismortier
»Les Voyages de l’Amour« (Paris 1736)
CHANTAL SANTON / Sopran
ADRIÁNA KALAFSZKY / Sopran
JUDITH VAN WANROIJ / Sopran
KATIA VELLETAZ / Sopran
ESZTER BALOGH / Mezzosopran
LÓRÁNT NAJBAUER / Bariton
PURCELL CHOIR
ORFEO ORCHESTRA
GYÖRGY VASHEGYI / Leitung
Joseph Bodin de Boismortier wusste, was viele Franzosen auf der Opernbühne erleben wollten: weder verkopft-elitäre Tragédies lyriques, noch ausufernde Comédie-ballets oder Opéra-ballets, noch Pastoralen mit fingiertem Stallgeruch – sondern eine unterhaltsame Mischung aus alledem, leicht italienisch angehaucht. Sein erstes Bühnenwerk, »Les Voyages de l’Amour« auf ein Libretto von Charles-Antoine Leclerc de La Bruère, hat nichts weniger als die Kraft der Liebe an sich zum Thema. In einer Partitur voller Energie und Vielfalt und einem wahren Feuerwerk an Arien und großen Chortableaus wartet Boismortier in dieser turbulenten Reise Amors durch Raum und Zeit mit allem auf, was die französische Bühne damals an Unterhaltsamem zu bieten hatte. In Herne erlebt dieses kurzweilige Musiktheaterjuwel à la française nach 283 Jahren seine erste Wiederaufführung, in Zusammenarbeit mit dem renommierten Centre de Musique Baroque de Versailles und dessen hochklassigen ungarischen Kooperationspartnern Purcell Choir und Orfeo Orchestra unter György Vashegyi.

Sonntag 17. NOVEMBER 2019 / 19.00 UHR

 

Ausstellung im Foyer des Kulturzentrums Herne: Blas- und Saiteninstrumente

Freitag 15.00 – 19.00 Uhr

Samstag 11.00 – 19.00 Uhr

Sonntag 10.00 – 15.00 Uhr

 

Eintrittspreise

Der Vorverkauf beginnt am 09.09.2019

Einzelkarte 18,00 € / 9,00 € ermäßigt

Festivalkarten 126,00 € / 63,00 € ermäßigt

Tages- / Abendkasse 21,00 € / 11,00 € ermäßigt

Karten für das Werkstattkonzert der Stadt Herne gibt es für 12,00 € / 6,00 € ermäßigt (Vorverkauf und Tageskasse).

Die Preise sind inkl. Vorverkaufs- und Systemgebühren.

Festivalkarten berechtigen zum Eintritt in alle Konzerte der 44. TAGE ALTER MUSIK IN HERNE und sind im Vorverkauf über die ProTicket-Hotline sowie in angebundenen Vorverkaufsstellen buchbar.

Anspruch auf Ermäßigung haben Schüler, Studenten, Auszubildende, Wehrdienstund Bundesfreiwilligendienstleistende, Empfänger von Arbeitslosengeld I und II oder Sozialgeld sowie Schwerbehinderte (ab 80%). Entsprechende Nachweise sind bei Besuch der Veranstaltungen mitzuführen.

Programmänderungen vorbehalten!

Tickets

  • Eintrittskarten erhalten sie unter der ProTicket Hotline: 0231­9172290
    sowie an allen bekannten ProTicket VVK­Stellen
  • oder
  • an folgenden Vorverkaufsstellen:
  • Stadtmarketing Herne GmbH
  • Kirchhofstraße 5
  • 44623 Herne
  • Telefon 02323 9190514
  • Bürgerlokal Wanne 
  • Hauptstraße 241
  • 44649 Herne
  • Telefon 02323 161616
  • Festivalkasse im Kulturzentrum (15. bis 17. November 2019)
  • Fr 15.00 – 20.00 Uhr
  • Sa 11.00 – 20.00 Uhr
  • So 10.00 – 19.00 Uhr
  • Telefon 02323 162815 (keine Reservierung)

VERSTEHEN – VERWIRREN findet nicht in Herne bei uns im Kulturzentrum statt, sondern auch in der Kreuzkirche und der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, sowie ebenso im Kulturradio WDR 3, wo die TAGE ALTER MUSIK IN HERNE mit vier Liveübertagungen und weiteren Sendungen in den folgenden Wochen wieder einen großen Programmschwerpunkt bilden.

ALLGEMEINE HINWEISE
/ Kartenversand und kurzfristige Reservierungen für die Tages-/Abendkassen ausschließlich über das Internet und die ProTicket-Hotline.
/ Bei Bestellungen per Telefon oder Internet fallen Auftragsgebühren und ggf. Versandkosten an.
/ Die Tages-/Abendkassen an den Außenspielstätten öffnen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn.
/ Rücknahme oder Umtausch erworbener Karten ist nicht möglich.
/ Nicht abgeholte Karten werden 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn freigegeben.
/ Nach Beginn einer Veranstaltung kann der Einlass nur in einer geeigneten Pause erfolgen.

INFORMATION
Stadt Herne, Fachbereich Kultur, Thomas Schröder
Willi-Pohlmann-Platz 1, 44623 Herne
Telefon 02323 162839
thomas.schroeder@herne.de
tage-alter-musik.de

Das gesammelte Programm finden Sie als pdf-Datei hier.