Eventbeschreibung

Die Stimmungssysteme der Musik, also die Ableitung der Fre-quenzen der Tonhöhen, sind die „Dialekte“ der verschiedenen Musikepochen. Jede Epoche bediente sich dem für ihre Musizierpraxis und ihrem Weltverständnis entsprechenden Stimmungssystem. Aus dieser unterschiedlichen Färbung entwickelte sich eine Tonartensymbolik. Würde man z.B. Mozarts Opern mit der in seiner Zeit gebräuchlichen Stimmung spielen, würde man viel deutlicher den engen Bezug zwischen Tonarten und den durch sie dargestellten Personen hören. Die heute moderne gleichstufige Stimmung nivelliert diese Dialekte. Trotzdem bleibt den Tonarten ein eigener Charakter, eine Art innerer Symbolwert, der direkt auf das Empfinden der Zuhörenden wirkt. Für c-Moll: „Liebeserklärung, und zugleich Klage der unglücklichen Liebe. – Jedes Schmachten, Sehnen, Seufzen der liebetrunknen Seele, liegt in diesem Tone.“

(Schubart, Ideen zu einer Ästhetik der Tonkunst, Wien 1806)

 

VVK Start: 14.04.2022

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