FÜRSTLICHE IRONIE

Andrea Bernasconi

»L’Huomo« (Bayreuth 1754)

Gekrönte Häupter mit edler Geste, tapfere Ritter und leidende Damen in tragisch-heroischen Handlungen mit plötzlichem Happy End und ohne jede Spur von Humor – Hofopern eben: Fürstin Wilhelmine von Bayreuth war all das offenbar herzlich leid, als sie in der damaligen Konversationssprache Französisch die Operndichtung »L’Homme« kreierte. In der italienischen Übersetzung des Hoflibrettisten Luigi Stampiglia und mit der Musik des Münchner Vizekapellmeisters Andrea Bernasconi wurde das Werk 1754 im Bayreuther Schlosstheater uraufgeführt; Anlass war der Besuch Friedrichs II. von Preußen, Wilhelmines jüngerem Bruder. Unter dem Deckmantel der Allegorie konfrontiert Wilhelmine ihr höfisches Publikum in dieser unterhaltsamen Tragikomödie um zwei Seelen auf der Suche nach dem Liebesglück auf geradezu subversive Weise mit Ideen und Idealen der Aufklärung und des Zoroastrismus. Am Ende ist es Vernunft, die alles zum Guten wendet – auch das hat die Fürstin ironisch gemeint. Dorothee Oberlinger, ihr Ensemble 1700 sowie namhafte Sängerinnen und Sänger garantieren einen kurzweilig-opulenten Opernabend.

Die Tage Alter Musik in Herne sind ein international ausgerichtetes Festival, zu dem Künstler*innen aus ganz Europa anreisen. 2022 finden die Tage Alter Musik in Herne in der Zeit vom 10. bis zum 13. November statt. Das diesjährige Motto lautet "TRAGISCH – KOMISCH: EMOTIONEN UND BEFINDLICHKEITEN IN DER MUSIK VOM MITTELALTER BIS ZUR MODERNE".

Termin

12. November 2022
20:00 
Uhr
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Bilder

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