Musikalische Tiefe

Robert Schumann nannte ihn den „Mozart des 19. Jahrhunderts“, Felix Mendelssohn Bartholdy, das musikalische Wunderkind. Das Violinkonzert in d-Moll schrieb er im Alter von 13 Jahren, ein Jahr später dann die Sinfonie Nr. 9, die „Schweizer Sinfonie“. So eine absolute Hochbegabung ruft natürlich auch Neid und Missgunst auf den Plan. Manche sprachen seinen Werken jegliche musikalische Tiefe ab, er würde lediglich kopieren, es herrsche eine biologisch begründete Unnatürlichkeit, Kälte und Verdrehtheit vor.

Der polnische Komponist Simon Laks wurde mit erschwerten Aufnahmebedingungen für jüdische Studenten an der Warschauer Musikakademie konfrontiert. Nach seinem Studium dort, ging er dann nach Paris und studierte am Conservatoire beim legendären „Fugenpapst“ André Gédalge. So mutet der Finalsatz seiner 1936 in Paris entstandenen Sinfonietta für Streicher wie ein augenzwinkernder Rückblick auf seine Studienzeit an. Es gibt eben nur gute oder schlechte Musik, nicht mehr und nicht weniger!

KAMMERPHILHARMONIE AMADÉ
Dirigent: Frieder Obstfeld
Violine: Franziska Pietsch

Simon Laks (1901–1983)
Sinfonietta für Streicher

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)

Violinkonzert d-Moll

Sinfonie Nr. 9 C-Dur „Schweizer Sinfonie“

Termin

2. November 2022
19:30 
Uhr

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